KW29: Eine Woche voller Höhen und Tiefen

und jetzt ratet mal wer für die Tiefen gesorgt hat?

Der Sonntag verlief noch recht chillig. Wir hatten uns Unterstützung durch Martin gesichert indem wir mit einem schönen Grillabend gelockt haben. Und tatsächlich hatten wir kulinarisch einiges zu bieten: Mittags gab es auf dem Gaskocher gekochte Erdbeermarmelade und Milchreis (ein Rezept von Jamie Oliver). Ich wage zu behaupten, dass nicht jeder auf einer Baustelle Marmelade kocht. Abends gab es den Hecht aus Schweden, den mein Vater uns vom letzten Urlaub mitgebracht hatte. Dafür durfte Martin dann auch unsere Kellerwände kaputt machen… …zumindest die Betonreste auf diesen… Im Trio ging die Arbeit dann auch schnell voran, Wände wurden von Martin vorbereitet, ich habe diese weiß gestrichen und CK hat derweil die Decken gespachtelt und gestrichen. Fazit: 1 Kellerraum fertig!

Am Montag hatten wir beide Urlaub, denn wir konnten unserer Badobjekte bei Reuter abholen. Die Badewanne wurde dann auch gleich eingebaut. Die anfänglichen Schwierigkeiten („Wie kriegen wir die verd… Wanne denn nur in den ersten Stock???“) wurden durch die Metzholzer-Power wieder in Rekordzeit gelöst. „Komm, wir fragen mal ob unser Nachbar da ist und uns helfen kann.“ Gesagt, getan. Aus dem „ich komme gleich rüber“ wurden dann drei Helfer, die mit links die Wanne in den ersten Stock gezogen haben. CK hat sich dann gleich ans Werk gemacht. Und obwohl eine Badewanne zu bekommen zwar unglaublich schön ist, ist das Einbauen doch auch unglaublich langweilig, wenn man nur daneben steht. Daher habe ich mich in den Keller verzogen und den zweiten Raum (Ok zugegeben: bis auf die Kellerdecke) ebenfalls vorbereitet und gestrichen.

Am Dienstag hatte ich ebenfalls Urlaub und habe im „Altenheim“ (um es mit den Worten meiner Mutter zu sagen ;-)) einige Sachen schon mal in Umzugskisten geworfen. Man will ja vorbereitet sein, wenn der Tag X nach so langer Zeit endlich da ist. Am Abend hat CK dann weiter an der Badewanne gearbeitet und dabei überraschende Unterstützung durch Marco bekommen. So konnten auch gleich die ersten Fliesen in den Keller geschafft werden, immerhin ist das Fliesen legen unsere nächste große Herausforderung.

Ihr fragt euch, warum ich nur von unseren Fortschritten berichte? Bei dem Wetter gestalten sich zugegebenermaßen die Außenarbeiten etwas schwierig – das sehe ich ja ein. Aber gefühlt kommen die Arbeiter kaum vorwärts und das „ist alles bis Freitag erledigt“ verzögert sich weiter und weiter. Noch nicht genug? Wir haben mal wieder eine schaurig schöne Baukatastrophe zu berichten. Nachdem am Montag niemand auf der Baustelle war haben sich am Dienstag die fleißigen Handwerker mit unserer Wanddicke verschätzt und in unser Schlafzimmer gebohrt! Kein Witz, wie ich zuerst dachte als CK mich von der Baustelle aus anrief. Und das Beste, sie haben genau die gerade erst montierten Fußleisten getroffen. Zum Glück, denn nur zwei MILLImeter tiefer und wir hätten den ganzen Boden wieder neu verlegen müssen. Die Löcher wurden zwar am selben Tag noch zugespachtelt, aber das Ergebnis ist noch nicht so befriedigend und bedeutet für uns natürlich wieder eins: doppelte Arbeit. – Man hat ja sonst nichts zu tun.

Am Mittwoch haben wir dann das Erdgeschoss aufgeräumt, denn die Materialien für den Kamin und einige Sachen von den Aussenverputzern waren noch fröhlich im Wohnzimmer verteilt. Ein No-Go, wenn am Samstag die ersten Fliesen gelegt werden wollen. Jetzt hat der Kaminbauer das Gäste-WC als Lager und der Aussenverputzer hat die Garderobe bekommen, so dass wir uns unser Wohnzimmer zurückerobert haben. Den Boden haben wir dann mal zum Spaß blau gestrichen. Ein komisches Gefühl mit dieser babyblauen Grundierung zu arbeiten, aber ich wusste ja auch noch nicht was mich am nächsten Tag erwarten würde.

Nämlich: babyblaue Grundierung für den Badezimmerboden und grellrosa Grundierung für die Badezimmerwände. Auch wenn wir unser Badezimmer für unsere Verhältnisse erstaunlich bunt streichen werden, an diese Farbkombination hatten wir nicht gedacht. Und wir fühlten uns beim Betrachten des Ergebnisses auch bestätigt, dass möglichst schnell die Fliesen auf die Grundierung kommen sollten. ;-) CK hat dann die Wände im Dachboden, welche über dem Treppenloch ohne die Plattform schlecht zu erreichen wären, in weiß gestrichen. Und ich habe im Schlafzimmer die gespachtelten Flecken über gestrichen.

Das war für euch jetzt zu viele Höhen und wenig Tiefen? Einen haben wir noch. Und ich kann gar nicht in Worte fassen, wie viel Ärger wir verspürt haben. Unser Fensterbauer hat an unseren Fenstern unterschiedliche tiefe Fensterbänke angebracht. Der Sinn dahinter bleibt uns verschlossen und auch warum dies in alle den Wochen, die diese Fensterbänke nun schon da sind unserem Bauleiter bisher noch nicht aufgefallen war. Jedenfalls hatte er mal wieder eine Frist bekommen: MITTWOCH! Nein, niemand da. Bauleiter im Urlaub – kann da jetzt auch nichts regeln, Ansprechpartner bei Baudirekt krank – kann uns jetzt auch keiner helfen! Super.

Am Donnerstag hat CK sich dann wieder gekümmert und versucht unseren Fesnsterbauer zu erreichen. Gegen Mittag hat das auch tatsächlich geklappt. „Wir haben es gestern nicht geschafft. Heute ist ein Monteur in der Nähe. Gegen 12:00 oder 13:00 Uhr ist er dann da.“ Und wer war jetzt am Donnerstag nicht da? Selbstverständlich der Fensterbauer.

Freitag (also heute): CK hat sich schon mal um Ersatz für den Fensterbauer gekümmert. Am Samstag soll(te) dann jemand mal vorbeischauen. Kommt ein Anruf von unserem freundlichen Nachbarn. „Der Fensterbauer ist auf der Baustelle.“ Jetzt sind wir noch am überlegen hinfahren und Amoklaufen oder durchatmen und sagen „Stress vergessen, hat sich dann ja zum Glück noch geklärt.“ Es bleiben eine Menge fragen offen: „Ist der Stress immer nötig?“ „Sprechen Handwerker eine andere Sprache als Normalsterbliche?“ „Wie kann man sich als Firma solch ein Gebaren erlauben?“ und „Warum hat man als Bauherren nicht das Recht/die Mittel solchen Leute so zu begegnen, wie sie es verdient hätten?“ *knurr* und vor allem „Was macht eigentlich ein Bauleiter am Bau?“

Na gut! Wir versuchen den Handwerkern klar verständliche Signale zu senden (sprechen hilft ja aus Erfahrung nicht immer) und nutzen dazu nun das praktische Flatterband. ;-) Und auch die restlichen Familienmitglieder fiebern dem Umzug ins neue Haus sehnsüchtig entgegen.

 

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