Baufinanzierungstipps

Euro-Symbol mit KursverlaufNachdem unser Kredit für den Hausbau nun fast vollständig ausgezahlt und die hoffentlich letzte Mietzahlung für Wohnraum in unserem Leben ganz kurz bevor steht, möchte ich hier ein paar Tipps niederschreiben und die Erfahrungen, die wir mit dem Thema gemacht haben mit euch teilen. Das Thema der Finanzierung sollte man nämlich nicht vor lauter Vorfreude auf das eigene Traumhaus vernachlässigen, denn wahrscheinlich wird man im Leben keinen größeren Kredit als die Eigenheimfinanzierung mehr aufnehmen und sollte bedenken, dass man durch die Gestaltung der Ratenzahlungen den persönlichen finanziellen Freiraum in den nächsten Jahrzehnten maßgeblich beeinflusst.

1) Entgegen der landläufigen Meinung eine möglichst hohe Tilgung von zwei, drei oder noch mehr Prozent zu vereinbaren, haben wir uns für eine Anfangstilgung von 1% entschieden. Das erscheint zuerst einmal sehr wenig, wir haben jedoch die Option über jährliche Sondertilgungen die Tilgung auf bis zu 4% pro Jahr zu erhöhen herausgehandelt. Diese Konstellation bietet vor allem in den ersten zwei bis drei Jahren nach dem Einzug die nötige finanzielle Flexibilität um auf zusätzliche Kosten oder Sonderwünsche reagieren zu können.

2) Wichtig ist es, nicht direkt das erste Angebot der Hausbank anzunehmen. Zumindest sollte man dieses, so wie wir es gemacht haben, mit anderen Anbietern vergleichen. Eine gute Möglichkeit sich einen Überblick über das aktuelle Zinsniveau für Baufinanzierungen zu verschaffen haben wir hier gefunden. Bei den üblichen Finanzierungssummen für ein Eigenheim können schon sehr kleine Änderungen des Zinssatzes hinter dem Komma über Zehntausende von Euro entscheiden. Hier kann man also richtig sparen…

3) Was wir erst jetzt wissen: Die bereistellungszinsfreie Zeit kann von essenzieller Wichtigkeit sein. Wir haben sechs Monate vereinbart… was leider auf Grund der massiven Bauverzögerungen, die bei uns eingetreten sind, viel zu wenig war. Ich denke neun oder zwölf Monate sollten ohne Probleme verhandelbar sein. Es gibt nämlich nichts schlimmeres als eine Doppelbelastung durch Miete, Tilgung, Zinsen und dann auch noch Bereitstellungszinsen.

4) Sicherheit einkalkulieren! Die Baunebenkosten sind eine Kostenfalle sondergleichen. Wir haben uns unabhängig beraten lassen, auf diese Summe noch eine Sicherheit von 30% (!!!) aufgeschlagen und es war trotzdem viel zu wenig. Schlagt auf die Sicherheit noch eine Sicherheit. ;-) Vor allem die Erdarbeiten können bei einem Bau mit Keller explodieren. Die Dichtheitsprüfung für den Abwasseranschluss nicht vergessen… diese hat bei uns über 1200€ gekostet.

5) Und wichtig… wenn mal etwas nicht so klappt wie es soll: Positiv denken. So lang Ihr weniger Zinsen als Miete pro Monat zahlt, seid Ihr auf der Gewinner-Seite.

Wer noch mehr Tipps von Experten möchte… Eine gute Zusammenstellung von Baufinanzierungstipps gibt es zum Beispiel auch hier auf FOCUS online.

6 Gedanken zu „Baufinanzierungstipps

  1. Sven

    Heijeijei…………du triffst ja Aussagen

    „So lang Ihr weniger Zinsen als Miete pro Monat zahlt, seid Ihr auf der Gewinner-Seite“

    ;-)

    Hat das der LBS Typ gesagt ;-)

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  2. Nils

    Wir hatten sehr gute Erfahrungen mit der Interhyp gemacht und sind über die am Ende bei einer regionalen Sparkasse gelandet. Dort haben wir 12 Monate zinsfreie Bereitstellungszeit bekommen – gibt es also durchaus.

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  3. Jörg

    ich hatte ebenfalls 12 Monate zinsfrei Bereitstellungszeit. Hatte aber bis zum ende doch nicht ausgereicht, so dass ich mir dann alles ausgezahlt wurde. Bei Baudirekt geht halt nicht alles so zügig wie versprochen. Ich warte jetzt noch auf Rechnungen. Ich habe den Kredit auch nicht bei der Spakasse gemacht. ich bin bei der Debeka und bin dort sehr zufrieden. Werde jetzt noch eine PVanlage mit denen Finanzieren für einen günstigeren Zins als KFW bei der Sparkasse. Ich kann die nur empfehlen.
    Die Dichtheitsprüfung finde ich aber überteuert. Ich habe die sofort beim legen mit eingehandelt. Normal ist bei uns in der Region 500-850€. Aber das Thema ist jetzt erst mal vom Tisch.

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    1. Christian Beitragsautor

      Hallo Jörg,

      ja… so ist das. :-/

      Wir haben „das Problem“, dass unser Haus 25 m vom Kanal entfernt steht… deshalb war die Prüfung so teuer.

      Viele Grüße,
      Christian

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