Anleitung: Kaminofen anzünden

günstige Kaminöfen anzündenEs ist ja nun schon ein paar Wochen her, dass wir zum ersten Mal unseren Kaminofen anzünden durften und wir können sagen, dass es doch kaum etwas schöneres gibt als an einem grauen Herbstabend vor dem Kamin auf der Couch zu sein. Wir hatten zwar beide in unseren Elternhäusern schon Kontakt mit Kaminen, aber (zumindestens ich) eher weniger mit dem korrekten Anzünden.

Klar, Kaminofenanzünder kaufen kann man immer. – Aber da wir uns in der letzten Zeit ein bisschen damit beschäftigt haben, wie wir unseren Ofen am besten mit Hausmitteln in Gang bringen, möchte ich euch hier kurz in Form einer Anzünd-Anleitung zusammenfassen, was wir so an Wissenswertem herausgefunden haben…

Was man braucht…

  • Einen Kaminofen (ja, wirklich)
  • Kaminbesteck
  • etwas Pappe
  • Anmachholz
  • Holzscheite
  • evtl. Papier (je nachdem wie gut die Pappe Feuer fängt)
  • Streichhölzer oder Feuerzeug

Das richtige Anmachholz für den Kamin…

Anmachholz für den Kamin sollte auf jeden Fall Weich- bzw. Nadelholz sein, also idealerweise Fichte, Kiefer oder Tanne. Das Holz zum Anzünden sollte absolut trocken sein und zu ca. fingerdicken Stücken gespalten. Die Durchtrocknung ist sehr wichtig, damit das Anmachholz leicht zu entzünden ist… also am besten immer einen Vorrat in der Nähe des Kamins lagern, damit es in der Wohnung noch etwas nachtrocknen kann.

Kaminanzünder, Pappe oder Papier zum Kaminofen anfeuern…

Ist eigentlich beides zu Gebrauchen. An sich ist Pappe zu bevorzugen, da Pappe länger brennt als Papier und somit ein besseres Potenzial hat das Holz in Brand zu setzen. Ein Tipp von meiner Mutter waren leere Eierkartons… die brennen wirklich vorzüglich und ohne übermäßige Ascheentwicklung. Papier verbrennt an sich zu schnell um das Anzündholz zum Brennen zu bringen, kann aber nötig sein, falls die Pappe nicht gut anbrennen will. Die Reihenfolge des Abbrands ist dann Papier – Pappe – Anmachholz. Auf Kaminanzünder würde ich schon alleine wegen vollkommen unnötigem Verpackungsmaterial, Herstellungs- und Logistikaufwand verzichten. Think green. Außerdem sind die Dinger ziemlich teuer.

Kamin anlegen und vorbereiten…

Bei einem Kamin mit klassischem Abbrand, also einem Rost auf dem Boden unter dem sich ein Aschebehälter befindet legt man diesen wie folgt an: Zuerst kommt etwas Pappe (und ggf. Papier) in den Ofen. Darauf legt man dann einige Stücke Anmachholz, auf die, je nach Größe des Ofens, zwei bis drei Scheite Holz gelegt werden. Bei den Holzscheiten kann man, wenn man sowohl Nadel- als auch Laubholz verbrennt, dem Nadelholz den Vorzug geben.

Wenn das Feuer aufgeschichtet ist, die Primär- und Sekundärluftzufuhr des Ofens ganz öffnen (siehe Bedienungsanleitung).

Kaminofen anzünden…

Nun zündet man Pappe oder Papier so weit wie möglich unten an mehreren Stellen an. Weit unten, damit die Flammen möglichst viel Material über dem Ursprung des Feuers berühren und schnell in Brand setzen können. So lässt man den Ofen dann ca. 15-20 min. durchbrennen und regelt danach Primär- und Sekundärluft auf die in der Bedienungsanleitung angegebenen Stellungen. Dies ist von Gerät zu Gerät unterschiedlich und hat großen Einfluss auf die Energieeffizienz des Kaminofens. – Wenn man also nicht sinnlos wertvolle Ressourcen verfeuern möchte, sollte man hier wirklich nachschauen, wie der Hersteller den Abbrand vorgesehen hat. Nachlegen sollte man immer so, dass sich die vom Hersteller angegebene Holzmenge im Feuerraum befindet. Bei unserem Ofen sind dies drei Holzscheite, wir legen also immer erst zwei Scheite beim Anzünden hinein, sobald der Ofen durchgebrannt ist einen Dritten und dann immer einen weiteren sobald ca. ein Scheit zu Asche verbrannt ist.

Das war es auch schon… ist ja an sich auch keine Kunst.

Eine Anleitung zum Kaminscheibe reinigen haben wir übrigens auch im Angebot.

8 Gedanken zu „Anleitung: Kaminofen anzünden

  1. Alexey

    Ich mache es genau andersrum, was die Reihenfolge der Brennstoffe im Ofen betrifft. Den Tipp habe ich aus der Anleitung zu unserem Skantherm-Kamin. Erst Holz reinlegen, dann Anzündholz und dann was direkt brennbares (ich nehme Kaminanzünder) obendrauf. Seltsam, aber es brennt von oben nach unten genauso gut an und es bildet sich so gut wie kein Rauch dabei.

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      1. Sveijke

        Das machen wir auch so… Unser Ofenbauer hat uns den Tip gegeben, seitdem müssen wir die Scheibe nur noch sehr selten putzen. Wir stapeln den Brennraum fast ganz voll und lassen von oben herunterbrennen. Etwa 10-15 Minuten nach dem Anzünden können wir die Luftzufuhr herunter regeln. Das gut Stück brennt dann ca. 5 stunden bevor man nachlegen muss.

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  2. Carmen

    Wir feuern seit Jahren anders rum, von oben nach unten. Wird bei uns auch so von den Kaminfegern empfohlen.
    Und die Scheiben putzen wir auch nur mit Asche und Wasser, ich weiss gar nicht, wer zuerst auf den Blödsinn kam, spezielle Reinigungsmittel dazu erfinden, wo es doch mit Asche wirklich am schnellsten und besten geht. Aber leider gilt:Alles kann vermarktet werden!
    Lg Carmen

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    1. Christian Beitragsautor

      Echt interessant… unser Kaminbauer hat die unten-nach-oben-Variante empfohlen, mit dem Hinweis, dass von-oben-nach-unten die Variante für Öfen ohne Rost im Boden ist.

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  3. Pingback: Das Bettwäsche-Thema mal wieder... | Mission Wohn(t)raum

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