Obstbaum beschneiden – Was gibt es nicht alles zu beachten?!

Da wir in einer „karnevalistischen Gegend“ wohnen, wurde uns durch den Rosenmontag ein verlängertes Wochenende geschenkt. Dies macht einen so sonnigen Sonntag wie heute noch viel angenehmer. Den Vorsatz, den heutigen Tag etwas ruhiger angehen zu lassen, konnten wir bei diesem Wetter dann auch nicht ganz einhalten.

baum-schneiden-was-beachtenDer Blick auf unseren Garten zeigt gerade im hellen Sonnenschein, dass dieser von uns noch immer nicht die nötige Aufmerksamkeit bekommt. Vor allem unser stehengelassener Apfelbaum hat seit seinem letzten Schnitt etliche Wassertriebe bekommen, die hoch in den Himmel ragen. Wie ich nun weiß: Wassertriebe entstehen aus sogenannten schlafenden Knospen, die meist durch einen Beschnitt plötzlich genug Licht bekommen, um wieder auszutreiben. Um unseren Baum hatte sich seit Jahren keiner mehr so richtig gekümmert. Und da wir unseren Apfelbaum im März 2012 – damals noch voll in der Bauphase – kräftig gestutzt hatten, hatten unsere Wassertriebe auch genug Zeit kräftig zu gedeihen. So waren einige der Äste auch schon um die zwei Meter lang. Höchste Zeit also etwas zu unternehmen… wobei… OK, eigentlich mal wieder viel zu spät, um etwas zu unternehmen… :-(

Übrigens Wassertriebe werden bei Obstbäumen in manchen Regionen auch Wasserreiser genannt. Sie treiben immer senkrecht nach oben. Sobald der Ast die senkrechte Ausrichtung verliert, verändert sich auch sein Verhalten. Diese eher waagerecht wachsenden Äste nennt man dann Fruchtäste.

Wir haben bei unserer heutigen Aktion mal wieder einige wichtige Regeln für den Obstbaumschnitt vernachlässigt. Eine weitere Saison wollten wir aber auch nicht mehr warten und so hoffen wir, dass die zwei Tage Verspätung nicht so sehr ins Gewicht fallen. Auch das richtige Werkzeug haben wir in Ermangelung dieses nicht verwendet – dafür hat CK mit der Fiskars X3 kräftig Sport gemacht (und Baumschäden verursacht ;-)).

Ihr wollt euren Obstbaumschnitt besser machen? Dann habe ich hier einige Regeln für euch, die ihr beachten solltet:

Wichtige Regeln für den Obstbaumschnitt

  • Obstbäume sollten von Dezember bis Februar beschnitten werden, damit der Baum sich nach dem Beschnitt noch gut erholen kann. Ihr solltet jedoch auch darauf achten, dass der Beschnitt nicht bei frostigen Temperaturen erfolgt, da der Baum sonst Frostschäden erleiden kann.
  • Die Äste sollten mit einer groben und scharfen Schere (z.B. eine Rosenschere und bei größeren Ästen eine Kneifschere) geschnitten werden, um Quetschungen und andere Schäden am Baum zu vermeiden. Sind die Äste armdick oder dicker verwendet ihr am besten eine Bügelsäge mit feiner Zahnung.
  • Wenn bei einem Obstbaum zu wenig abgeschnitten wird, kann dies dem Baum schaden, da die verbleibenden Äste nicht richtig wachsen können. Zu viel abschneiden kann man in der Regel nicht – im schlimmsten Falle leidet die Optik der Krone.
  • Der Astschnitt sollte einen halben Zentimeter vor dem Stamm erfolgen. Hierdurch verringert sich das Risiko von einem Pilzbefall.
  • Die Schnittfläche sollte möglichst gering gehalten werden, ein schräges Schneiden ist daher nicht empfehlenswert. Zudem ist darauf zu achten, dass die Enden nicht ausfransen.
  • Folgende Äste sollten gestutzt werden:
    • Parallel wachsende Triebe,
    • sich kreuzende Triebe,
    • Triebe, die in die Baummitte wachsen,
    • Triebe, die zu nah am Leittrieb stehen sowie
    • kranke und abgestorbene Äste.

In diesem Sinne haben wir zwar nicht alles richtig gemacht, aber wir hatten wenigstens gutes Wetter dabei und heute viel gelernt. ;-) Und so sah das Ganze dann bei uns aus:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.