Die inneren Werte zählen

Ich wollte euch ja noch unseren „neuen“ Couchtisch vorstellen. Und dabei weiß ich gar nicht, ob wir die alte Version in einem Beitrag jemals erwähnt hatten…

Lange bevor wir in unser Haus gezogen sind, haben wir bei Rooms in Köln einen wunderschönen Couchtisch aus Massivholz gefunden. Die Form gefiel uns auf Anhieb, nur die gebeizte Oberfläche sagte uns so gar nicht zu. Egal, es gibt ja Farbe und so bekam der Tisch von uns eine neue Oberfläche verpasst. – In Form einer Wengelasur.

Lasierter alter Couchtisch

Schon damals hatten wir nämlich eine Wohnküche und so passte der Tisch optisch super in unsere Wohnung. In unserer jetzigen Sofaecke wollte sich der Tisch jedoch nicht so gut einfügen. So haben wir ihn erstmal in die Zimmerecke verbannt – super als Aufbewahrung für die Süßigkeiten, jedoch hatte er dort immer einen Hauch von Altar an sich…

Lasurschäden an der Oberfläche

Nach zwei Umzügen und keiner gescheiten Behandlung vor dem Lasieren, sah die Oberfläche alles andere als ansehnlich aus. Mir war schon seit langer Zeit klar: Dieser Tisch braucht intensive Aufmerksamkeit und ganz viel Schleifpapier. ;-) Im jetzigen Osterurlaub war die Zeit und Lust gekommen, diese Aufgabe anzugehen.

Werkzeug zum Abschleifen Oberflächenbehandlung

Daher wurden als allererstes die Waffen gewählt: Der Akku-MultiMaster von Fein, einen alten Hobel und einen alten Spachtel. Letztere haben wir von meinem Opa geerbt, dieser hat nämlich Holzarbeiten mindestens genauso geliebt, wie wir.

Oberfläche mit Hobel bearbeitet

Und so habe ich mich erstmal langsam an die Bearbeitung der Oberfläche herangetastet. Mit dem Hobel wurde ein Großteil der Lasur bereits abgetragen.

Lasur entfernen mit dem Spachtel

Auch der Spachtel kratzte die erste Schicht schon ganz gut weg. Leider für meine Karpaltunnelsyndrom geplagten Hände nicht gerade die ideale Tätigkeit. Aber die sichtbaren Erfolge motivierten immer wieder zum Weitermachen. ;-)

Gehobelte Tischplatte

Und so sah die Tischplatte nach relativ kurzer Zeit und einigem Hobeln später – wie soll ich sagen? – recht streifig aus. ;-)

Oberfläche freigespachtelt

Die groben Lasurfetzen wurden dann mit dem Spachtel weiter entfernt. Zum Glück schaute CK ab und an mal nach mir und konnte diese Tätigkeit auch mal für eine Weile übernehmen. *puh* Ungefähr so – minus den schwarzen Einkerbungen – sah der Tisch damals aus, als wir ihn gekauft haben.

kleine geschliffene Ecke am Couchtisch

Weil das aber noch immer nicht das gewünschte Ergebnis war, musste nun schwereres Geschütz aufgefahren werden. Das erste Ansetzen des Akku-Multimasters zeigte dann aber sehr vielversprechende Ergebnisse.

Mundschutz für Schleifarbeiten

Hierbei ist das Tragen von Atemschutzmasken sehr zu empfehlen – auch wenn diese nicht unbedingt schmeichelhaft sind. ;-)

geschliffene Oberfläche

Nach einigen Stunden war der ehemals dunkle Tisch schon kaum noch zu erkennen. Da unsere Arme bereits schwer wurden, musste das gute Stück aber erstmal eine Pause einlegen und schlafen – oder waren wir das?…

schwererreichbare Stellen am Couchtisch

Egal, am nächsten Morgen ging es für uns alle wieder frisch ans Werk. Die Schwierigkeit des Tages waren nun die unerreichbaren Stellen um die Schubladen bzw. Zierbretter an den Seiten und dem Schlitz zwischen Tischplatte und Unterteil. Hierfür mussten ebenfalls geeignete Waffen her.

Schleifen mit Grillbürste

Und wer mit einen passionierten Grillmeister ;-) verheiratet ist, findet diese in Form einer Reinigungsbürste für das Grillrost. Die Bürsten sind aus Messing und kratzen somit die Lasur ganz gut weg, selbstverständlich wird aber auch das Holz nicht gerade geschont. Das Ergebnis kann sich dennoch sehen lassen. Schubladen und Zierbretter wurden selbstverständlich vor dem Bearbeiten abmontiert.

abgeschliffener Couchtisch

Nach einem weiteren Tag voller Schleifarbeiten hatten wir den Tisch beinahe restlos von den alten Farbschichten befreit. Und zum Vorschein kam ein total veränderter Couchtisch aus tropischen Hartholz. Am dritten Tag konnten wir die letzten Feinarbeiten mit den Akku-Multimaster und feiner gekörntem Schleifpapier erledigen und das gute Stück – vorerst vollkommen unbehandelt – wieder in unser Wohnzimmer schaffen.

Unbehandelter, geschliffener Couchtisch

Das Holz dunkelt nach dem Abschleifen noch sehr nach, so dass wir dem Tisch derzeit die Chance geben wollen, sich voll zu entwickeln. ;-) Außerdem ist die Farbwahl für das Holz in der Sofaecke noch nicht vollständig abgeschlossen. Fest steht: Dieser Couchtisch wird vorerst nicht wieder so eine dicke Farbschicht sehen, sondern eher mit pigmentiertem Öl behandelt werden.

Jetzt müsst ihr euch nur noch das Sofa, die Wanddekoration und den palisanderfarbenen Rahmen der Verdunklung weg denken. (Letzterer wird sich dem neuen Raumkonzept selbstverständlich farblich anpassen müssen.) Die Kissen und die Katze bleiben aber!

3 Gedanken zu „Die inneren Werte zählen

  1. gently

    Toller Bericht. Ich habe auch noch einen Schrank, den ich behandeln möchte. Jetzt weiss ich, wieviel Arbeit sowas macht. Aber das Ergebnis ist wirklich toll!

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  2. Sven

    Hallo Judith,

    klasse, dass der Akku MultiMaster bei euch so hiflreich zum Einsatz kommt! Für solche Einsätze eignen sich ganz hervorragend die Hartmetall-Raspeln (http://bit.ly/1lZ6dIP) und vor allem die gelochten Schleifplatten zusammen mit der Absaugung (http://bit.ly/1qEhtxg). Damit sparst du dir dann auch das Abtragen der ersten Lackschicht von Hand.
    Ich freue mich schon sehr auf weitere Projekte! :)
    Viele Grüße,
    Sven

    Antworten
    1. Judith Beitragsautor

      Hallo Sven,

      wir freuen uns auch immer wieder, dass wir den Akku MultiMaster nutzen können. Den Tisch hätte ich auch nicht ohne ihn so schön abgeschliffen bekommen. Wobei ich sagen muss, dass die Erfahrung mit dem alten Handhobel von meinem Opa zu arbeiten auch toll war. Ist halt etwas ganz anderes.

      Liebe Grüße
      Judith

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