DIY-Wissen: Welcher Bohrer für welches Projekt?

Egal welcher Bohrmaschinentyp, ob einfache Bohrmaschine, Schlagbohrmaschine, Akkuschrauber oder was auch immer, das Gerät selbst ist nur die halbe Miete! Je nach Anwendungsfall und zu bohrendem Material müssen nämlich verschiedene Bohrer her. Holz, Beton, Metall, Keramik, Kunststoff… Den passenden Universalbohrer für viele verschiedene Materialien gibt es einfach nicht. Die Anforderungen sind einfach zu unterschiedlich.

Bohrer für Holz

IMG_8409Holzbohrer erkennt man in der Regel an der kleinen Zentrierspitze, die das genaue Treffen eines angezeichneten Lochs erleichtern. Holzbohrer sind einer der Bohrertypen, die mit ganz klassischen Schneiden an der Spitze und einer Spirale zum Abtransport der Späne ausgestattet sind. Holzbohrer gibt es entweder in rund als auch als eine eher  günstige Alternative für große Löcher aus Flachmaterial.

Beispiel für einen Spezial-Holzbohrer: Forstnerbohrer

IMG_8410Für große Löcher mit flachem Boden eignet sich besonders der Forstnerbohrer, der eine schöne zylindrische Vertiefung bohrt.

Forstnerbohrer sind zwar schon eher etwas für den fortgeschrittenen Holzwerker und nicht für jeden DIY-Einsteiger nötig. – Wenn es aber an das Verbauen von Möbelscharnieren geht leider unabdingbar.

Bohrer für Metall

IMG_8411Metallbohrer dienen zum Bohren von Stahl und NE-Metallen. Metallbohrer sind – wie auch die Holzbohrer – mit einer Schneide ausgestattet, und weisen eine Spirale zum Abtransport der Späne auf. Metallbohrer gibt es mittlerweile nicht nur in der bekannten HSS-Qualität, sondern auch mit HighTech-Beschichtungen aus beispielsweise TiN (heute fast Standard-Qualität) oder deutlich teureren Materialien, die die Lebensdauer und Schnitthaltigkeit stark erhöhen. Metallbohrer sehen Holzbohrern sehr ähnlich, weisen aber in der Regel keine Zentrierspitze auf.

IMG_8405Ausnahmen bestätigen die Regel. – So zum Beispiel der Zentrierbohrer für Arbeiten an der Drehbank. Oder auch ein Bohrer bzw. Lochsäge für sehr große Löcher in Blech: Diese Bohrer sind nicht nur mit einer Zentrierspitze, sondern mit einem Zentrierbohrer ausgestattet und die Zerspanung findet mittels Hartmetallplatten statt, die die Schneiden ersetzen.

Bohrer für Beton

IMG_8408Der Bohrer der Wahl für Beton ist der Hammerbohrer. Diese Art von Bohrer hat keine Schneiden in dem Sinne, sondern wie der Name schon sagt einen Hammerkopf. – Zwei Flügel aus massivem Material, die den Durchmesser der Bohrung bestimmen, aber das Material nicht wegschneiden, sondern es zertrümmern. Klar, Schneiden dürfte bei Beton auch eher leidlich funktionieren. Das zertrümmerte Material wird wie auch bei den Holz- oder Metallbohrern mit einer Spirale abtransportiert.

Bohrer für Kunststoff

Für Kunststoffe gibt es im Hausgebrauch eigentlich keine speziellen Bohrer. Die meisten Kunststoffe werden „schneidend“ gebohrt. Ein Metall- oder Holzbohrer funktioniert also in der Regel. Soll Acryl- bzw. Plexiglas bearbeitet werden, muss aber ein spanender Bohrer her. Diesen kann man sich aber einfach selbst herstellen oder vielleicht ist er auch schon irgendwo zu finden: Ein stumpfer Metallbohrer ist nämlich genau das was man benötigt.

Bohrer für Keramik

Bohrer für Keramik, wie zum Beispiel Fliesen, sind eigentlich gar keine richtigen Bohrer sondern eher Schleifer. Diese extrem hart beschichteten Bohrer raspeln bzw. schleifen das Material eher weg. Da der Staub stark schmirgelnd ist, weisen diese auch in der Regel keine Spirale für den Abtransport auf. – Man muss halt sehr behutsam vorgehen und das weggebohrte Material ab und an manuell bzw. mit Druckluft oder einem Sauger entfernen. Und Vorsicht! Keramik verträgt nur wenig Vorschubkraft beim Bohren.

Fazit

Wie man sieht: Für so ziemlich jeden Anwendungsfall gibt es einen Bohrer. Metall- und Holzbohrer sind da schon universeller als spezielle Zeitgenossen wie zum Beispiel der Keramikbohrer. Für den DIY-Einsteiger würde ich empfehlen mit einem Set Bohrer zu starten, dass HSS- und Steinbohrer enthält. Dafür aber in guter Qualität. Mit dem HSS-Sortiment kann man auch Holz bearbeiten, ist aber auch für Metall und Kunststoff gut gerüstet. Wenn man einen starken Fokus auf Holzarbeiten hat, empfiehlt sich natürlich zusätzlich ein Satz Holzbohrer.

Ein Gedanke zu „DIY-Wissen: Welcher Bohrer für welches Projekt?

  1. Ricc

    Ich mache mir jetzt jetzt bestimmt keine Freunde. :)

    Solche Werbebeiträge nutzen etliche Blogger und soll jeder halten wie er will. Der eine mag es und der andere nicht. Das ist ok.

    Die verlinkte Seite bohrmaschine.org ist allerdings unterstes Niveau. Groß angepriesen „Bohrmaschinen Test 2014“ und jeder Link zu erhofften Testberichten führt doch nur zu Amazon und zum Kauflink. Teilweise wird zwar versucht etwas Wissen zu vermitteln, das wurde aber auch nur irgendwo zusammen getragen und der Autor scheint sehr wenig Praxiserfahrung zu haben, sonst würde er nicht solche Fehler verbreiten. Wer sich das angebliche „grundlegende Wissen“ durchliest, kann nur noch weglaufen.
    Diese Seite ist ziemlich billig zusammen geschustert worden um Käufe über Amazon zu generieren. Für mich, keinen einzigen Link wert.

    Sorry Ihr zwei, aber das musste ich jetzt los werden.

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