Hufe! Hufe! Ein ungewöhnliches Bastelprojekt.

Wie schon erwähnt waren CK und ich in den letzten Wochen sehr mit den letzten Vorbereitungen für Halloween beschäftigt. Erklärtes Ziel war es mein Kostüm fertig zu bekommen. Seit Jahren wünsche ich mir schon ein ganz besonderes Kostüm: Ein Faunus (eingedeutscht: Faun) oder auch Satyr – ein Flöte spielender, gehörnter Waldgeist der als Mischwesen erscheint und je nach Mythologie Beschützer oder Erschrecker ist. Als Sternzeichen Widder gefallen mir an diesem Kostüm vor allem die tollen Hörner – diese sind allerdings von uns noch nicht gefertigt worden. Viel Zeit und Energie haben wir – na gut vor allem CK – in meine Schuhe gesteckt, damit ich Hufe bekomme. :-)

Bastelanleitungen gibt es im Internet einige zu finden, wir haben einen Kompromiss gefunden, der unsere handwerklichen Fähigkeiten nicht übersteigt und nicht  so aufwendig werden sollte. Letzteres hat nicht sooo gut funktioniert…

Grundmaterial:

Ich habe mir übers Internet No-Heels gekauft, da diese Schuhe schon eine gute Ausgangsform mitbringen. „Normale“ Schuhe haben eine zu große Fläche mit Bodenkontakt, hier sehen Hufen dann eher sehr komisch aus. Das Aussehen der Schuhe war zum Glück vollkommen egal und so habe ich mir recht günstig No-Heels in Leopardenoptik gekauft.

1. Schritt: Passende Grundform

Nach reiflichen Überlegungen, längeren Diskussionen und verschiedenen Ideen haben wir uns dazu entschlossen, dass ich eine Fellhose bekomme und Fell an den Hufen. Sprich: Meine Beine werden nicht durchgehend mit dem selben Fell bedeckt sein. Wir hatten uns verschiedene Faun-Kostüme im Internet angeschaut und fanden diese Variante am hübschesten. Also war der erste Schritt der, dass wir die Stiefel gekürzt und mit Polystyrol und Schrauben eine Hufform an den Schuhen befestigt haben. Dazu musste dann auch der Reißverschluss gekürzt werden, mit Draht haben wir die Enden gesichert, damit der Griff nicht zu weit gezogen werden kann. Nur mit dem Polystyrol am Schuh war das Laufen jedoch deutlich erschwert, da das Material sehr nachgiebig ist.

2. Schritt: Hufe bilden

Als nächstes hat CK aus Glasfasermatten und Harz die Hufen verstärkt und weiter ausgearbeitet. Eine seeeeehr schmierige und stinkende Angelegenheit! Ich habe nach besten Gewissen assistiert und qualifizierte Kommentare abgegeben, wie „Iiiih“ „Nicht so.“ oder „Ach mach einfach.“. ;-) Danach war der Schuh gefühlt mindestens doppelt so schwer wie vor der Behandlung, aber die Hufen sind auch seeeeehr stabil geworden! Jetzt konnte ich zwar wieder besser mit dem Schuh laufen, jedoch ist bei der Behandlung auch Glasfaser auf die Sohle gekommen und diese Erhebungen sorgten dann doch wieder für einen sehr unsicheren Gang. Aufgrund der Schuhform haben wir uns dazu entschlossen, dass ich zusätzlich zu den Hufen vorne am Schuh einen Hornstachel an meinen Absatz bekomme. – Anatomisch korrekt ist das Kostüm so oder so nicht, da der Widder als Paarhufer eigentlich Klauen und keine Hufen hat. Den Hornstachel haben wir gefertigt, indem wir einen langen Nagel in den Absatz gebohrt haben und den überstehenden Nagel ebenfalls mit Glasfasermatten beklebt haben.

3. Schritt: Spachtelmasse

Um eine schöne Oberfläche zu bekommen, hat CK mir die Hufen mit 2K-Polyesterspachtelmasse bearbeitet. Dabei hat er darauf geachtet, dass vertikale Linien entstehen, die der Hufform schon recht nahe kommen.

4. Schritt: Maniküre und Lackieren

Die Spachtelmasse war recht großzügig aufgetragen und die Rillen dadurch recht tief. Also musste der Huf vor dem Lackieren noch abgeschliffen werden. Leichte Rillen sollten jedoch bleiben, damit die Optik eines Hufes blieb. Nach dem Schleifen hat CK dann mit schwarzer Sprühfarbe (nutzen wir gerade sehr oft ;-)) die Hornschichten bearbeitet.

Klingt beim Aufschreiben alles recht einfach, ist aber in vielen Schritten eine echt schmierige, stinkende Angelegenheit gewesen und bedurfte genauer Planung und Abklebarbeiten. Also auch an dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an CK! :-*

5. Schritt: Farbe!

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Endlich mal einen Schritt, den ich alleine ausgeführt habe, von der Grundierung und dem Klarlack mal abgesehen. Ich habe sehr viel Spaß gehabt die Hufen farblich zu gestalten. Dies ging auch recht schnell, da die schwarze Grundfarbe noch zu erkennen sein sollte. Also habe ich mit brauner, rotbrauner und weißer Acrylfarbe etwas Farbe und Tiefe auf die Hufe gebracht. Mit Klarlack haben wir die Farbe dann konserviert.

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6. Schritt: Fell!

Vor diesem Schritt hatten wir beide etwas Angst. Mit Hilfe von Sprühkleber wollten wir das Fell auf den Schuh bringen, da es hierfür allerdings kein Schnittmuster gibt, mussten wir improvisieren. Mit den langen Zottelhaaren keine einfache Angelegenheit, es musste ja auch der Reißverschluss noch frei bleiben, aber auch verdeckt werden. Mit Mut zum Ausprobieren haben wir es dann geschafft den ersten Schuh zu verkleiden. Der Zweite war dann schon etwas einfacher, da wir die Tücken schon kannten. Dennoch definitiv keine unserer Lieblingstätigkeiten. Mit dem Ergebnis bin ich aber mehr als zufrieden.

7. Schritt: Die Sohle

Ich hatte ja schon geschrieben, dass etwas von dem Glasfaser-Klebe-Harz auf die Schuhsohle gekommen ist. Zudem komme ich beim Gehen schon mit dem vorderen Teil der Hufe auf dem Boden. Um einen sichereren Gang zu bekommen, haben wir noch Schaumgummi auf die Sohle geklebt. Nun habe ich eine kleine Schicht, die gut abpuffert und die Unebenheiten ausgleicht. Diese ist noch nicht so ganz tauglich für den „Außeneinsatz“, aber für Halloween wird unser Boden geschont.

Fertig!

Jetzt darf sich gegruselt werden! Happy Halloween!

4 Gedanken zu „Hufe! Hufe! Ein ungewöhnliches Bastelprojekt.

  1. Sabrina

    Tolles Tutorial!
    ich suche schon seit Tagen wo ma so Stiefel oder Stiefletten kaufen kann.
    Wo habt ihr eure gekauft? Würde mich über eine Rückmeldung sehr freuen.

    Antworten

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